04.09.2008
FRAU SEIN IN WIEN – Susanne Bluma
(“Bezirksvorsteher-Stellvertreterin von Floridsdorf”)
Eine neue wissenschaftliche Studie bestätigt das, was wir SozialdemokratInnen schon lange wissen: In Wien sind die Lebens-, Arbeits- und Einkommensbedingungen für Frauen und Mädchen besser als anderswo in Österreich!
Natürlich gibt es im Sinne echter Chancengleichheit noch jede Menge zu tun, da Frauen noch immer den Großteil unbezahlter Arbeit (Haushalt, Pflege von Angehörigen, Erziehung der Kinder,…) leisten, und noch immer wesentlich weniger verdienen als Männer, TROTZ ALLEM, in Wien haben wir – dank sozialdemokratischer (Frauen)Politik die Nase vorne!
52,5 Prozent beträgt der Anteil der Frauen an der Wiener Bevölkerung! Die „lebenslange“ Ehe ist nicht mehr die vorherrschende, einzig angestrebte Lebensform, Lebensgemeinschaften, Single-Haushalte oder das Zusammenleben eines Elternteiles mit den Kindern sind gängige Möglichkeiten der Lebensführung.
Vor allem immer mehr jüngere Frauen mit höherer Bildung bevorzugen die Lebensgemeinschaft gegenüber der Ehe. Wien kann derzeit auf die bestausgebildete Frauengeneration aller Zeiten verweisen UND jüngere Frauen sind heute besser ausgebildet als gleichaltrige Männer!
Die Frauenerwerbsquote liegt in Wien bei 79 Prozent, österreichweit nur bei 64 Prozent.
Der Grund dafür sind sicherlich die in Wien optimalen Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel die flächendeckenden ganztägigen Kinderbetreuungseinrichtungen und vielfältige Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung.
Familie und Beruf sind in Wien einfach besser vereinbar als sonst wo in unserem Land.
UND: Die Wienerinnen verdienen mehr als der Rest der Österreicherinnen, und zwar um fast 20 Prozent! (Männer haben jedoch auch in Wien einen Einkommensvorsprung, sie verdienen um 36% mehr, österreichweit betrachtet verdienen Männer um 56% mehr als Frauen!)
Mehrfachbelastung kann krank machen, Wien lässt die Wienerinnen mit diesen Risken nicht alleine. Eine eigene Frauengesundheitsbeauftragte zeigt, welchen Stellenwert der Frauengesundheit in dieser Stadt eingeräumt wird. Zahlreiche Einrichtungen für unterschiedliche Zielgruppen beraten, informieren, bieten Möglichkeiten zur Untersuchung und Hilfestellung zur Problemlösung.
„Gewalt in der Familie“ macht leider nicht vor unseren Stadttoren halt, doch auch hier gibt es ein breit gefächertes Angebot von Unterstützungs- und Beratungseinrichtungen für von Gewalt betroffene Frauen, das in den letzten Jahren ausgebaut wurde.
Frauengerechter Wohnbau, das heißt, die spezifischen Bedürfnisse und Ansprüche von Frauen explizit zu berücksichtigen – das betrifft Größe und Ausstattung der Wohnung, die Sicherheit der Wohnung und der Wohnumgebung, das Vorhandensein von Nahversorgung, Naherholungsgebieten, Schulen, ÄrztInnen und die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, das alles fließt in Wien bereits in die Planungsphase ein.
Durch konsequente Wiener Frauenpolitik wurde viel erreicht für die Frauen in unserer Stadt. Jedoch als Frauenpolitikerin ist mir klar, wie viel wir noch vor uns haben! Frauenpolitik ist harte Arbeit, mit der sich frau nicht immer und überall beliebt macht. DOCH: In der Frauenpolitik ist Stillstand Rückschritt! Es muss weitergehen – mit großen Schritten!
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