10.09.2008
Das österreichische Schulsystem
Die Schule hat wieder begonnen und für viele „Taferlklassler“ somit auch der Ernst des Lebens. Doch kaum ist die Volksschule geschafft, stellt sich die Frage: wohin nun? Diese Entscheidung hängt natürlich sehr von den bisherigen Schulleistungen ab, ob man besser in eine Hauptschule (HS), eine Mittelschule (MS), eine Gesamtschule (GS) oder in eine Allgemeinbildende Höhere Schule (AHS) hineinpasst. Und wohin danach?
Ich versuche Ihnen nun einen kurzen Überblick über das österreichische Schulsystem bzw. über die Schularten zu verschaffen und dabei die Gesamtschule ganz speziell anzuschneiden. Doch wurde diese, wie Sie sicher wissen, nur in einigen Bundesländern als Schulversuch eingeführt. So werden sich die heurigen Viertklässler wieder zwischen folgenden Schulen entscheiden müssen:
• Hauptschule beinhaltet drei Leistungsgruppen, wobei die erste Leistungsgruppe nach demselben Lehrplan wie der, der AHS unterrichtet wird.
• Mittelschule besteht (außer der Kooperativen Mittelschule) aus keinen Leistungsgruppen und mischt unter anderem die Lehrpläne HS und der AHS.
• Gesamtschule legt die HS und die AHS zusammen und soll so den Kindern und Eltern die frühe Entscheidung zwischen den Schulen abnehmen.
• Allgemeinbildende Höhere Schule hat, wie die HS auch, einen eigenen Lehrplan. Hier gibt es die Unterteilung in Gymnasium (zweite Fremdsprache ab der dritten Klasse) und Realgymnasium (verstärkt Naturwissenschaften und Mathematik)
Zudem gibt es die Sonderschule für körperlich oder geistig benachteiligte Kinder, oder welche mit sehr großen Lernschwierigkeiten.
Damit wären die nächste vier Jahre also auch geschafft. Und jetzt – Berufsbildende Schule mit Matura oder doch lieber eine Lehre? Wenn ja, welche ist am besten für mich geeignet? Hier gibt es wieder einige Möglichkeiten:
• Polytechnische Schule (kurz: Poly), diese dauert lediglich ein Jahr und wird meist genutzt um das fehlende neunte Pflichtschuljahr zu vervollständigen um z.B. gleich danach zu arbeiten.
• Lehre, dauert, je nach Richtung, zwei bis vier Jahre. Hier sollte man sich aber genau informieren um die jeweils richtige für sich zu finden und rechtzeitig eine Stelle zu erhalten.
• Berufsbildende Schule dauert fünf Jahre jedoch mit Matura, einige der größten sind
Höhere Technische Lehranstalt (HTL)
Handelsakademie (HAK)
Handelsschule (HAS)
Höhere Bundesanstalt (H[B]LA)
• Oberstufengymnasium bzw. Oberstufenrealgymnasium dauert vier Jahre mit Matura.
Ich habe mich letztes Jahr schon für die Oberstufe des Gymnasiums entschieden.
Nach der Matura an einer AHS stehen mir alle Wege offen, denn so kann ich dann, jede Studienrichtung, nach Belieben, wählen. Im Gegensatz zu einer Berufsbildenden Schule, wo die Berufsmöglichkeiten eher begrenzt sind. Ein weiterer Grund für mich die Oberstufe zu wählen ist, dass ich, so wie viele Jugendliche, noch nicht sicher bin, welchen Beruf ich später ausüben möchte. In drei bis vier Jahren werde ich zudem reifer sein und eine konkretere Entscheidung treffen können.
Ein Nachteil der Gymnasialen Oberstufe ist aber der Leistungsdruck. Denn es gibt zunehmend mehr Fächer und Schularbeiten im Unterschied zu einer Lehre. Dort findet man dies kaum bis gar nicht.
Doch wie ist es in der Gesamtschule? Schon lange vor der Einführung wurde darüber heiß diskutiert. Manche sind der Ansicht, im Alter von zehn Jahren ist man noch einfach zu jung um entscheiden zu können, welche weiterführende Schule man besuchen möchte. Deshalb will man den Kindern sowie den Eltern diese frühe Entscheidung abnehmen, sodass es nur mehr eine einheitliche Schule für alle 10 – 14 jährigen gibt.
Man sollte aber auch bedenken, dass schwächere Schüler von den Besseren in so einer Schule gemobbt werden könnten, da der Leistungsunterschied natürlich wesentlich an Größe zunimmt. Dazu kommt, dass manche Kinder nach der Volkschule nicht ausreichend Deutsch beherrschen um im Unterricht alles mit zu verfolgen und zu verstehen. In diesem Fall, finde ich, wären diese Kinder in einer Hauptschule besser aufgehoben. Deshalb frage ich mich zugleich auf welchem Niveau dort unterrichtet wird? Denn natürlich sind manche Schüler einfach weniger begabt und werden sich dadurch auch stets überfordert fühlen. Auf der anderen Seite werden die begabteren Schüler unterfordert, was sich wiederum durch schlechtere Noten wiederspiegelt.
Ich persönlich bin gegen die Gesamtschule als einheitliche Schule in ganz Österreich. Ich bin nämlich der Meinung, jeder sollte selbst entscheiden können welche Schule er besuchen möchte und für sich am geeignetsten findet.
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