14.12.2012 
Warum die Christen Weihnachten feiern
ein Text von P. Rudolf Decker
Andere Bezeichnungen: Christfest, Christtag, Hochfest der Geburt des Herrn ist das Fest der Geburt Jesu Christi. Festtag ist der 25. Dezember, wiewohl in den Kirchen des Ostens der Höhepunkt des Weihnachtsfestes am 6. Jänner, dem Fest der Erscheinung des Herrn, festgelegt ist. Mit dieser Bezeichnung soll der Glaube unterstrichen werden, dass in dem Menschen und Propheten Jesus Gott selbst mitten unter uns Menschen anwesend ist. Weihnachten ist mit Ostern und Pfingsten eines der drei Hauptfeste aller christlichen Kirchen. Die weihnachtliche Festzeit beginnt mit dem Heiligabend (24.Dezember). In vielen christlichen Gemeinden feiert man einen Gottesdienst, die Christmette um Mitternacht. Der Weihnachtsfestkreis endet in der römisch-katholischen Kirche mit dem Fest der Taufe Jesu am Sonntag nach dem 6. Jänner. Zwischen 4 Sonntagen vor Weihnachten erstreckt sich die, Vorbereitungszeit (=Advent) auf Weihnachten.
Ein genaues Datum der Geburt Jesu ist nicht bekannt. Auch der Ort der Geburt (Bethlehem) ist umstritten, weil die Erwähnung dieses Ortes in der Bibel im Sinne eine topographische Deutung zu verstehen ist. Demnach kommt Jesus als Nachkomme des König David (stammt aus Bethlehem) die Bedeutung des endzeitlichen Messiaskönigs zu.
Der 25. Dezember als Weihnachtsfesttag ist erst seit 336 in Rom belegt. Vermutlich als Reaktion auf den römischen Sonnenkult: Der römische Kaiser Aurelian hatte den 25. Dezember (= den Tag der winterlichen Sonnenwende) im Jahr 274 für das ganze Reich als Festtag für Sol Invictus (= unbesiegbare Sonne) festgelegt. Die Christen beanspruchten diesen Titel immer mehr für Jesus Christus (Christus verus Sol). Im Verlauf solcher Inkulturation wurden sehr unterschiedliche vorchristliche Bräuche im christlichen Kontext umgedeutet. Die Bezeichnung und Verehrung des Jesus als Gottessohn führte sehr bald zu heftigen Kontroversen der Gläubigen, weil man in den einzelnen Kulturtraditionen darunter sehr Unterschiedliches verstehen konnte. In der katholischen Glaubensauffassung will man darin eine von Ewigkeit gültige Zuwendung Gottes zu uns Menschen andeuten, bzw. die Einladung Gottes, dass wir Menschen uns ihm zuwenden dürfen.
In unseren Breiten feiern Christen und Nichtchristen Weihnachten heute meist als ein Fest der Familie mit gegenseitiger Beschenkung. Dieser Brauch entstand viel später in der Reformationszeit (Martin Luther) Älter ist der Brauch, am 6. Dezember, dem Festtag des heiligen Bischofs Nikolaus (Myra, Türkei) Kinder mit verschiedenen Gaben zu beschenken. In Form von Krippenspiele versucht man (seit dem 11. Jahrhundert) sich mit tiefer Empathie mit dem Mensch gewordenen Gotteskind zu identifizieren. (In jedem Kind, in jedem armen Menschen begegnen wir Jesus). Den geschmückte Weihnachtsbaum oder Christbaum findet man erst ab dem 16. Jahrhundert. Der Adventskranz mit den 4 Kerzen ist noch jüngeren Datums. Weihnachtsmann und Christkind sind Erfindungen jüngster Zeit und haben mit der christlichen Tradition eigentlich nicht viel zu tun. Heutzutage dominieren und verunstalten der Handel und die liberale Wirtschaft den tieferen religiösen Charakter des Weihnachtsfestes. 25. Dezember ist in vielen Staaten ein gesetzlich geschützter Feiertag. Bei uns und vielen anderen Ländern kommt als der 26. Dezember (Gedenktag des Heiligen Stephanus, Stefanitag) als zweiter gesetzlicher und arbeitsfreier Weihnachtsfeiertag hinzu.
Rudolf Decker nach Vorgabe wikipedia 2012
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