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Artikel

28.02.2010
SPÖ-Integrationssprecherin und Jugendsprecherin
Abg. zum NR Angela Lueger
für AKIS

Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt

Frauenpolitik ist ein unermüdlicher Kampf gegen überholte Denkmuster, gegen verkrustete Machtstrukturen. Ein Einsatz für gleiche Rechte und Chancen für Frauen und Männer, im täglichen Leben und nicht nur auf
dem Papier.

Frauen haben nicht nur das Gefühl, dass sie ökonomisch benachteiligt sind, sondern sie sind es auch objektiv nachgewiesen. Die Situation von Frauen am Arbeitsmarkt ist nach wie vor unbefriedigend. Und das belegen auch einige Studien wie etwa der Global Gender Gap Report des WEF (World Economic Forum). Daher ist es umso wichtiger, den Nationalen Aktionsplan für Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt (NAP) rasch weiterzubringen.

Der Nationale Aktionsplan der Bundesregierung zur Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt wird von der Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek mit folgenden Zielen koordiniert:

• hartnäckige Rollenklischees bei der Berufswahl aufbrechen
• die Einkommensschere Schritt für Schritt schließen
• die Vollzeitbeschäftigung von Frauen fördern
• den Frauenanteil in Führungspositionen erhöhen
• eine faire Verteilung der familiären Betreuungsarbeit

“Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität - Das sind die Werte der Sozialdemokratie. Und diese haben nie ihre Gültigkeit verloren. Die SPÖ muss nahe an den Problemen der Frauen und Männer sein, wir müssen unsere Werte vermitteln”, so Angela Lueger die “die immer noch viel zu große Einkommensschere” in Österreich aufs schärfste kritisiert. 15 Prozent des Gehaltsunterschiedes würde es geben, so die Abgeordnete, weil eine Frau eine Frau sei. “Die Offenlegung von Gehältern, könnte eine Maßnahme sein, um die Gehaltsschere endlich zu verkleinern.

Eine schwedische Studie mit dem Titel „Gender equality, economic growth and employment“ zeigt darüber hinaus, dass das Wirtschaftswachstum um über 30 Prozent gesteigert werden kann, wenn Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt besteht. Es zeigt sich, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen der Erwerbstätigkeit von Frauen, dem Anteil von Frauen in Führungspositionen und dem wirtschaftlichen Wachstum gibt.

Auf dem Papier seien die Frauen schon seit einiger Zeit gleichgestellt, in der Realität aber noch nicht. “Weder in den Haushalten, wo noch immer Frauen den Großteil der Arbeit leisten, noch im Beruf, wo Frauen noch immer schlechtere Ausgangspositionen haben”, betont Lueger. So wurde zwar das einkommensabhängige Kindergeld erkämpft, “Halbe-Halbe gibt’s deswegen aber noch lange nicht in den österreichischen Haushalten”.

Im Mittelpunkt der frauenpolitischen Überlegungen der SPÖ stehe weiterhin die erwerbstätige Frau. “Gerade in Zeiten der Krise.” Erwerbstätige Frauen würden Perspektiven brauchen, damit Doppel- und Dreifachbelastungen endlich der Vergangenheit angehören. “Das heißt Qualifizierung und Förderung im Beruf. Das heißt Ausbau der Kinderbetreuung und das heißt Einbeziehen der Männer.”

“Diskriminierungen sind heute weniger offensichtlich und weit subtiler.” Viele Männer würden auf die rechtliche Gleichstellung hinzuweisen und sich dahinter auch verstecken. “Es gibt unter ihnen noch immer zu wenige verlässliche Bündnispartner.” Nicht zuletzt sei das das Resultat von sechseinhalb Jahren schwarz-blauer Nicht-Frauenpolitik.

Was tut die SPÖ um vor allem Frauen bei der erfolgreichen Integration zu unterstützen?
Es gibt nicht DIE Gruppe von Frauen. Frauen haben unterschiedliche Bedürfnisse, Qualifikationen und Biographien. Daher muss auch in diesem Fall ein breitgefächertes Angebot zur Verfügung gestellt werden. Ein besonders erfolgreiches Modell ist das Wiener Modell “Mama lernt Deutsch”. Die Kurse für Frauen sind nicht nur reine Sprachkurse sondern beinhalten zusätzliche Informations-Elemente und Exkursionen, damit der Weg in ein selbstbestimmtes und selbständiges Leben in unserer Gesellschaft unterstützt wird.

Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Neben kostengünstigen und leicht zugänglichen Sprachkursen – so wie es in Wien bereits Realität ist – müssen auch die Spielregeln unserer Gesellschaft nahegebracht werden. Mit einem Orientierungsprogramm wie zum Beispiel “StartWien” erhalten die MigrantInnen ein breitgefächertes Startangebot, damit sie in unserer Gesellschaft schnell Fuß fassen können. Außerdem müssen wir die Ausbildungen und Qualifikationen von MigrantInnen vermehrt anrechen, damit die Chancen am Arbeitsmarkt erhöht werden. Denn eines ist klar, eine Verbesserung des sozialen Statuses, verbessert die Stellung insgesamt in der Gesellschaft.

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